Samstag, 28. April 2012

[Rezension] Plötzlich Fee - Sommernacht (Julie Kagawa)


Titel: Plötzlich Fee - Sommernacht
Autorin: Julie Kagawa
Verlag: Heyne
Seiten: 495
Genre: Fantasy
Sprache: Deutsch (Hardcover)
Preis: 16,99€

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Klappentext:
Mein Name ist Meghan Chase, 
ich bin sechszehn Jahre alt, 
und seit gestern bin ich ...
Plötzlich Fee.

Schon immer hatte Meghan Chase das Gefühl, nicht dazuzugehören. Nicht in der Schule und auch nicht zu Hause. Doch mit ihrem sechszehnten Geburtstag soll das alles endlich anders werden. Wie anderes, das hätte sie Meghan in ihren kühnsten Träumen nicht ausmalen können: Sie erfährt, dass sie die Tochter des sagenumwobenen Feenkönigs Obern ist. Kaum am Hof ihres Vaters in der Feenwelt angekommen, gerät Meghan zwischen die Frontten eines magischen Krieges zwischen ihrem Vater und Mab, der Königin der Winterfeen. Als Meghan dort den wunderschönen Ash kennenlernt, verliebt sie sich unsterblich in ihn. Doch Ash ist der Prinz des Winterreiches und damit ihr schlimmster Feind. Kann sie mit ihm trotzdem ihr Glück finden - mit einem dunklen Prinzen, der sie lieber tot sehen würde, als zuzulassen, dass sie sein eiskaltes Herz berührt?

Meine Meinung:
Das Buchcover ist wirklich eine Augenweide. Es ist mir schon sehr lange bevor ich das Buch gekauft habe aufgefallen. Die drei Folgebände sind ebenso schön gestaltet und auch immer passend zum Titel! Im Gesamten finde ich die Aufmachung des Buches mit der geschwungenen Schrift und den Pusteblumen sehr schön. Leider ist das auch das Einzige, was ich kritiklos annehmen würde. Viele Buchblogger widersprechen mir jetzt vielleicht, denn durch die Bank weg waren alle von dem Buch begeistert.
Ich erwartete mir von dem Buch eine märchenhafte Feenwelt mit zarten Wesen. Teilweise wurde dies auch erfüllt. Vielleicht hätte ich mich eher auf den Originaltitel des Buches stützen sollen. Denn meiner Meinung nach ist die deutsche Version mit "Plötzlich Fee" ein totaler Schuss in den Ofen. Natürlich erfährt Meghan, dass sie eine Fee ist und lernt diese ganzen Feenwesen kennen, aber hätte ich nur den Titel "The Iron King" gehört, hätte ich mir nicht so eine märchenhafte Welt erwartet, sondern etwas mehr Düsteres. Und ebenso unpassend erscheint mir nun auch der Klappentext. Er hört sich so an, als würden alle Feen, die es nicht wissen eben jenes Geheimnis an ihrem sechszehnten Geburtstag erfahren. Aber das ist nicht so. Meghan geht nach Nimmernie, um ihren entführten Bruder Ethan zu finden. Dabei erfährt sie nur zufällig, dass sie die Tochter von König Oberon, des Königs des Sommerhofes, ist. Und der Eiserne König, um den es in diesem Buch auch hauptsächlich geht, wird gar nicht erwähnt. Also nach etwa den ersten 150 Seiten habe ich das Buch unterbrochen und erst später weitergelesen. Die Geschichte an sich bis zu diesem Punkt empfand ich nicht als schlecht, aber auch nicht gerade spannend. Deshalb musste ich mich wirklich aufraffen, um weiterzulesen. Und das habe ich auch nur gemacht, weil ich mit diesem Buch ein Tauschgeschäft abgeschlossen hatte und es wenigstens zuende lesen wollte. Danach wurde es von der Handlung schon spannender. Denn Meghan, ihre Freunde Puck und Grimalkin und der Winterprinz Ash erleben eine doch recht aufregende Reise. Aber irgendwie gab es nie so den Punkt, wo ich gesagt habe, jetzt muss ich unbedingt weiterlesen oder ich kann gar nicht mehr aufhören zu lesen. Es war eine nette Unterhaltung, aber diesen AHA-Moment gab es irgendwie nicht.
Die Pluspunkte, die ich dem Buch anrechne, sind, dass es nicht so langweilig war, dass ich es verstauben ließ und dass die Geschichte mit Ash recht süß war. Gepunktet hat es bei mir aber dann doch mit der Kreativität und Fantasie für die Wesen im Nimmernie. Auch wenn ich mir nicht alle immer unbedingt vorstellen konnte. Die eisernen Feen, sowie Eisenpferd und Machina haben echt einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Dass sie entstanden sind, weil die Menschen nicht mehr an Magisches, sondern an Wissenschaft und Technologie glauben, ist eine tolle Idee!
Ich finde es immer ganz gut, wenn Schauplätze geändert werden und neue Handlungen stattfinden. Obwohl man grob auch sagen könnte, dass Meghan und ihre Gefährten auf böse und nette Wesen treffen, ist das nicht so negativ aufgefallen. Denn die Schauplätze und Umstände waren immer anders. Ein Nachteil ist daran vielleicht, dass ich mich nicht mehr genau an alles erinnern kann. Aber durch viel Handlung und Dynamik kommt einem der Beginn des Buches unglaublich weit weg vor. Nachdem Meghan und Ash ihre Reise ins Reich der Eisernen Feen beendet haben, kommt es auch dem Leser wie eine Ewigkeit vor, dass sie am Sommerhof gewesen ist.


Das Buch ist in drei Teile gegliedert.
*Spoiler* 

Aber mich stört das Ende ein wenig. Nach der langen und gefährlichen Reise kommt es mir ein wenig zu dünn und einfach vor, wie Meghan den Eisernen König besiegt. Merkwürdig fand ich diese Szene, als Machina Meghan das Angebot gemacht hat. Mir ist schon klar, dass er sie als Königin haben will, weil sie ein mächtiges Potenzial in sich trägt. Aber wieso nennt er sie "meine Liebe" oder "meine Liebste"? Irgendwie kam es mir so vor, als wolle er nicht nur ihre Macht, sondern sie auch ins Bett kriegen. Sehr merkwürdig.
Und es gibt mir zu viele Cliffhanger. Natürlich gibt es einen Folgeband, aber mir sind es einfach zu viele ^_^ Ethan ist total schweigsam und "erwachsen" geworden. Meghan muss ihren Vertrag mit Ash erfüllen und man weiß gar nicht, was jetzt passiert. Puck ist immer noch (tot?) in dem Baum der Dryaden.

*Spoiler Ende*

 
Dadurch ist man einfach gezwungen, den Folgeband zu lesen. An sich keine schlechte Idee, aber das Buch im Gesamten hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen, weshalb ich die weiteren Bände auch nicht lesen werde.

Obwohl die Aufmachung klasse ist, die Idee der Geschichte und auch die Wesen alle sehr schön und kreativ sind, überwiegen meine negativen Punkte. Es gibt keinen Moment, an dem man total darauf brennt, weiterzulesen und Neues zu erfahren. Der erste Teil des Buches zieht sich sehr und ist nicht sehr spannend, was ein Buch durchaus erfüllen sollte, denn sonst liest man nicht oder nur widerwillig weiter. Der Titel und auch der Klappentext passen nicht (Okay, dafür kann Julie Kagawa ja nichts, aber es gehört dazu^_^).
Bei meiner Bewertung schwanke ich ein bisschen. Ich denke schon, dass man das Buch aufgrund der Gesellschaftskritik, die man ansatzweise heraushören kann, und der erstaunlichen Kreativität wenigstens einmal gelesen haben sollte.

3 Marshmallows

Kommentare:

  1. Ich habe dem Buch noch vier Punkte gegeben. Im Moment habe ich aber auch keine Lust auf die Nachfolgebände, auch wenn die noch besser sein sollen. Der Cliffhanger verführt aber schon ein bisschen dazu...
    Ich lese gerne Meinungen zu Büchern die ich schon gelesen habe - eine tolle (und ehrliche) Rezension!

    LG Anni

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  2. Auch wenn du "nur" 3 Sterne vergeben hast, gefällt mir die Rezi ausgesprochen gut (:

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  3. Hmm, also dass die Blogger das Buch alle gut fanden stimmt so nicht ganz xD Ich habe auch 3 Punkte gegeben, ich fands nicht sooo gut ;)

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  4. Tolle Rezi!
    Ich habe das Buch gestern beendet und kann dir eigentlich nur zustimmen. Es war eigentlich schon gut, aber eben nicht überragend. Ich denke, ich werde auch 3/5 Sterne vergeben, wenn ich es rezensiere :)

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  5. Endlich mal jemand der meine Meinung teilt! :D
    Alle finden es sooo toll, aber ich...nunja. Drei Punkte sind richtig! *grins*
    Wunderschöne Reui ;)

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  6. Hey ;D
    schöne Rezi, auch wenn ich noch 4/5 Punkten hergeben, wobei mein Kritikpunkt sowohl das Ende als auch die soooooooo lange Reise... war :D

    Aber ich fand die anderen besser vor allem Herbstnacht :D

    Schau doch auch mal bei mir vorbei

    LG
    Weisselilie

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  7. Sehr schöne Rezi, es ist eines meiner lieblings Bücher, verstehe aber deine Kritikpunkte.

    lg,dine

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  8. du musst die anderen Teile unbedingt lesen. Ich verstehe deine Kritik, aber die anderen Teile werden viel besser! Versprochen

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